Willy Brandt? Ja, ich erinner mich….
23. Februar 2014
Einladung: Baustellenbesichtigung am Steinbühltunnel / Albaufstieg
2. März 2014

Zeitreise: Hommage an Willy Brandt

Am 18. Dezember 2013 wäre Willy Brandt, einer der bedeutendsten Sozialdemokraten Europas, wenn nicht der Welt, einhundert Jahre alt geworden. Aus technischen Gründen mussten wir die Veranstaltung in den Februar verschieben.

Eine Zeitreise im überfüllten Kabinett des Ulmer Stadthauses: Martin Rivoir und Martin Ansbacher zeigten Fotos von Willy Brandt bei Besuchen in Ulm und der Region und sprachen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.

Hartmut Dorow hat Willy Brandt nur auf Fotos gesehen, bevor er erblindete. So war Brandts charismatische Rednerstimme für ihn umso eindrücklicher. In den 60ern besuchte Willy das Magirus-Brandschutzwerk und äußerte zum Schluß – glänzend imitiert von Hartmut: „Ich bin sehr beeindruckt von der Brand(t)bekämpfung!“

Marta Fellermaier ist die Witwe von Ludwig Fellermaier und hat Willy Brandt öfters getroffen. Luwdig Fellermaier saß von 1965 bis 1980 als Neu-Ulmer Sozi im Bundestag und organisierte in der Region die legendären Schwabentreffen, die auch Willy Brandt besuchte. Marta erzählte uns von vielen Begebenheiten. 1978 (nach dem „deutschen Herbst“ der RAF) hatte Willy Personenschutz dabei, die weniger am Sozi-Treffen in Fellermaiers Garten denn mehr an der TV-Übertragung der Fussball-WM in Argentinien interessiert waren. So stellten sich die BKA-Leute den Fernseher so hin, dass sie mit einem Auge den Garten, mit dem anderen den Fernseher beobachten konnten.

Ivo Gönner erlebte Willy 1971 in Ulm, kurz bevor Ivo als Zivi zum ASB ging. Auf der Veranstaltung wurde Willy auch wegen seiner Ostpolitik geschmäht („Herr Frahm!“). Tief bewegt beschloss Ivo an diesem Tag, in die SPD einzutreten.

Doro Kühne war in den 80er Jahren vor ihrer kommunalpolitischen Karriere als Frau des damaligen Kreisvorsitzenden Reinhart Kühne dabei, als Willy den Landtagswahlkampf in Ulm unterstützte. Am Morgen nach der Veranstaltung rief der Hausmeister des Kornhauses bei ihr an – auf dem Rednerpult war eine Taschenuhr liegengeblieben. Doro holte die Uhr ab und brachte sie zum Kurierdienst an den Bahnhof, mit der Sorge: Ich hab die Verantwortung für die Uhr von Willy Brandt – das muss die legendäre Taschenuhr von August Bebel sein!

Eberhard „Lori“ Lorenz war von 1969 bis 1971 baden-württembergischer Juso-Landesvorsitzenderund saß von 1980 bis 2001 für die Ulmer SPD im Landtag von Baden-Württemberg. Willy Brandt hat ihn mehrfach bei Wahlkämpfen in Ulm unterstützt. Lori erzählte, wie Willy mal bei Erhard Eppler zuhause eingeladen war und sich schon auf ein Viertele und etwas deftiges aus der schwäbischen Küche freute: „Und was gabs in dem pietistischen Pfarrershaushalt? Kräutertee und Abendbrotschnitten!“ Lori organisierte mit Rolf Dick die Ulmer Delegation zum Bundestreffen der SPD 1971 in Mannheim. Als regionale Spezialität haben sie dort Schupfnudeln gebraten, die rasend schnell ausverkauft waren – auch Willy haben sie gemundet. So dass nun Lori die These hat: Willy kam so gern nach Ulm, weils hier Schupfnudeln gibt!

Mehr Fotos von diesem Abend gibts hier auf unserer facebook-Seite (auch unangemeldet sichtbar)

Wir benutzen Cookies zur Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit der Website. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.