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SPD informiert über Internet-Fallen

Martin Ansbacher: „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und der Staat muss auch in der Informationsgesellschaft die Rechte und Daten der Bürger schützen“

Veranstaltung mit Expertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

Wer das Internet nur als Quelle sieht, über die man schnell und kostenlos
Informationen oder die billigsten Waren bekommt, wird schnell Opfer von
Abzockern. Über diese und andere Gefahren des einflussreichsten Mediums unserer Zeit informierte der SPD- Ortsverein Ulmer Westen in einer Veranstaltung im Bürgerzentrum Eselsberg.
„Wichtig ist, nie unter Zeitdruck im Internet zu bestellen oder Informationen zu suchen. Dabei gerät man in Gefahr, wichtige Vertragsbestandteile zu übersehen. Das Internet macht es Betrügern leicht. Wer Waren bestellt, die weit unter dem üblichen Preis angeboten werden, ist in großer Gefahr, Betrügern auf den Leim zu gehen“, erklärte Ortsvereinsvorsitzender und Rechtsanwalt Martin Ansbacher einleitend.

Gastreferentin Karin Thomas- Martin, Telekommunikationsexpertin der Verbraucherzentrale Baden- Württemberg, empfahl in ihrem Vortrag deshalb, nur bei seriösen Anbietern zu bestellen und Vertragsbestimmungen stets aufmerksam zu prüfen. Ganz wichtig sei, sich eine Kopie der Bestellung auszudrucken, um Beweise bei Reklamationen zu haben.

Thomas-Martin warnte auch davor, Filme und Musik von kostenlosen Portalen zu beziehen. Wer daraufhin Anwaltspost wegen Urheberrechtsverletzungen erhalte, sollte diese keinesfalls ignorieren, sondern schnellstmöglich einen Rechtsanwalt, der sich mit Urheberrecht auskennt, beauftragen.

Auch bei Tabletcomputern oder Smartphones lauern Kostenfallen. Hierbei helfe nur, sich eine Drittanbietersperre bei seinem Telefonanbieter einzurichten. Die Expertin riet Eltern, die neuen Medien gemeinsam mit ihren Kindern zu erkunden und keinesfalls die Jugendlichen damit allein zu lassen. „Sie können voneinander lernen: die Kinder zeigen den Eltern, wie es funktioniert und die Eltern können auf Risiken hinweisen.“

Die Neuformulierung des Bildungsbegriffs in digitaler Zeit ist eine Aufgabe für eine sozialdemokratische Netzpolitik. „Wenn wir Chancengleichheit herstellen wollen, müssen wir die Bildung stärker digitalisieren. Es geht darum, dass möglichst alle Menschen nicht nur Zugang zum Netz haben, sondern auch wissen, wie man es verwendet.“, so Martin Ansbacher.

Grundsätzlich sollte jeder wissen, der Smartphones und Internetseiten wie
etwa Facebook nutzt, dass er Datenspuren hinterlässt. „Das Internet vergisst
nichts – deshalb sollte man nur vorsichtig vorgehen und nur ausgewählten Freunden
Informationen über sich weitergeben“, erklärte Karin Thomas-Martin. Google und Facebook seien zwar kostenlos, aber „wir alle bezahlen mit Daten, die dann für gezielte Werbung weiter genutzt werden“.

Zwar sind die Massenbeschwerden über Internetabzocker dank der von den
Verbraucherzentralen initiierten Buttonlösung Vergangenheit, doch kritische
Wachsamkeit ist weiter nötig. Besonders vorsichtig sollte man bei Gewinnversprechen, kostenloser Software und Erwachsenenunterhaltung sein.
Karin Thomas-Martin empfiehlt, auch bei Smartphones unbedingt Virensoftware zu nutzen. „Wenn man diese Vorsichtsregeln beachtet, werden die neuen Medien richtig Spaß machen“, erklärte die Expertin als Fazit.

„Die SPD ist die erste Partei gewesen, die die Gesellschaft nach der Industrialisierung verstanden und politische Antworten gegeben hat. Nun erleben wir mit der Digitalisierung der Gesellschaft den nächsten Umbruch. Bislang hat allerdings keine Partei umfassende Antworten auf die Digitalisierung der Gesellschaft.“, sagte Ansbacher. Hier soll und muss die SPD eine Führungsrolle einnehmen und sich dieses Thema auch im Regierungsprogramm wiederspiegeln.