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PM: Müllreduzierung im öffentlichen Raum

In Söflingen fehlen an zentralen Stellen Mülleimer, bspw. am Gemeindeplatz und im Klosterhof an den Sitzbänken. In diesen Bereichen sollten zeitnah mehr Mülleimer angebracht und mehr Möglichkeiten geschaffen werden, Zigarettenkippen ordnungsgemäß zu entsorgen.
 
Unabhängig von der Situation in Söflingen halten wir es für sinnvoll, im gesamten Stadtgebiet dem achtlosen Wegwerfen von Zigarettenkippen und Müll im öffentlichen Raum stärker den Kampf anzusagen. Ein umfassendes Maßnahmenkonzept ist aus unserer Sicht hierfür notwendig.
 
Ein mögliches Mittel dazu ist sicherlich, Bußgelder für das achtlose Wegwerfen von Zigarettenkippen und Müll im öffentlichen Raum deutlich zu erhöhen und Verstöße konsequent zu ahnden.
 
Parallel hierzu sollte im Rahmen einer ansprechenden Informations- und Aufklärungskampagne auf die verheerenden Auswirkungen des achtlosen Wegwerfens von Müll und Zigarettenstummel und auch auf die unbestrittene Eigenverantwortung der Bürger:innen hingewiesen werden.
 
In der Stadt muss es zudem generell mehr Möglichkeiten geben, Zigaretten in Aschenbechern ordnungsgemäß zu entsorgen. In diesem Zusammenhang sollte auch geprüft werden, ob eine Zusammenarbeit mit dem Verein Tobacycle, der die Kippen nach eigenen Angaben zu neuen Produkten recycelt, sinnvoll ist.
 
Tobacycle bietet für Kommunen ganze Sammelsysteme an. Diese speziellen Aschenbecher nur für Kippen könnten an strategisch günstigen Stellen in der Stadt, zum Beispiel an allen Bushaltestellen, dem Bahnhof und Parkplätzen aufgehängt und Zigarettenkippen könnten dann für Tobacycle gesammelt werden. Zahlreiche Kommunen nutzen bereits das Angebot dieses Vereins.
Der besondere Clou:  die gesammelten Kippen werden durch Tobacycle recycelt, um aus Teilen der Inhaltstoffe beispielsweise wiederum neue Sammelbehälter für Zigarettenabfälle herzustellen.
 
Zigaretten-Abfälle sind unbestritten besonders schädlich für die Umwelt. Nach Angaben des BUND enthalten Zigaretten über 7000 Schadstoffe. Das enthaltene Nervengift Nikotin kann bei einer einzelnen Zigarette bis zu 1000 Liter Wasser verunreinigen.
 
Ein wichtiger Baustein für die Verringerung des erhöhten Müllaufkommens aufgrund stärkerer Nachfrage an To-Go-Angeboten stellen Mehrwegkonzepte dar. Hier wollen wir erneut einen Anstoß dazu geben, diese Konzepte umzusetzen und attraktiver zu machen. Auch sollte geprüft werden, ob nicht an zentralen Stellen in der Innenstadt, an denen stets überfüllte Mülleimer zu finden sind, schlicht nicht größere Behälter anzubringen sind.
 
Wir beantragen deshalb, ein umfassendes Maßnahmenkonzept gegen das achtlose Wegwerfen von Zigarettenstummeln und Müll im öffentlichen Raum zu entwickeln. Wir beziehen uns hierzu auch auf die Ergebnisse einer Studie des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). Die Städte und Gemeinden in Deutschland zahlen jährlich rund 700 Millionen Euro, um Parks und Straßen von Zigarettenkippen, To-Go-Bechern und anderen Einwegplastik-Produkten zu reinigen sowie öffentliche Abfallbehälter zu leeren und die Abfälle zu entsorgen. Davon entfallen allein auf die Entsorgung von Zigarettenkippen rund 225 Millionen Euro. Für die Entsorgung von To-Go-Bechern aus Plastik fallen rund 120 Millionen Euro pro Jahr an.
 
Auch diese Zahlen, die im entsprechenden Verhältnis sicher auch für Ulm gelten, verdeutlichen unabhängig von einem notwendigen sauberen Stadtbild, den dringenden Handlungsbedarf.